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2000
Vier Rechtsextremisten überfallen im Berliner Bezirk Pankow den Sozialhilfeempfänger
Dieter Eich. Der 60-Jährige wird in der Nacht zum 25. Mai 2000 in seiner Wohnung
zusammengeschlagen und erstochen. Als Motiv nennen die Täter "einen Assi klatschen".
Polizei und Staatsanwaltschaft teilen erst drei Monate nach dem Verbrechen mit,
dass die Täter der rechten Szene zuzuordnen sind.
Der 22-jährige Punk Falko Lüdtke wird am 31. Mai 2000 in Eberswalde von einem
Angehörigen der rechten Szene vor ein Taxi gestoßen und überfahren. Laut
Zeugenaussagen hat Lüdtke den 27-jährigen Mike B. zuvor wegen dessen
Hakenkreuz-Tätowierung am Kopf kritisiert. Es folgt ein Streit, der
während einer Busfahrt fortgesetzt wird. Opfer und Täter steigen gemeinsam
aus dem Bus aus und prügeln sich. Mike B. gibt bei der polizeilichen
Vernehmung zu, Lüdtke auf die Straße geschubst zu haben, bestreitet aber
politische Motivation und Vorsatz. Auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt
(Oder) geht nicht von einem politischen Hintergrund aus. Mike B. sitzt
wegen Körperverletzung mit Todesfolge in Untersuchungshaft.
Der 39-jährige Mosambikaner Alberto Adriano wird am 14. Juni 2000 in
Dessau von drei Skinheads erschlagen. Das Oberlandesgericht Halle verurteilt
den 24-jährigen Enrico H. am 30. September 2000 zu lebenslanger Haft.
Der 16-jährige Christian R. und der gleichaltrige Frank M. erhalten eine
Haftstrafe von jeweils neun Jahren. Frank M. sagt während der Verhandlung:
"Ich hab den Neger getreten, weil ich ihn hasse." Das Oberlandesgericht stellt fest:
"Rechtsextreme Straftäter sind überdurchschnittlich gewaltbereit."
Dieser Fall wird von der Bundesregierung im September 2000 in der Antwort
auf eine Anfrage der PDS-Fraktion genannt.
Der Obdachlose Klaus-Dieter Gerecke wird in der Nacht zum 24. Juni 2000 in
Greifswald erschlagen. Als Tatverdächtige nimmt die Polizei einen 20-jährigen
Mann und zwei 18 Jahre alten Frauen fest. Sie sollen von dem Obdachlosen Bier
und Geld verlangt haben. Die drei Tatverdächtigen werden der
rechten Szene zugeordnet.
Am 9. Juli 2000 überfallen fünf Rechtsextremisten in einem Abrisshaus
in Wismar den Obdachlosen Jürgen S. Der 52-Jährige wird mit Schlägen
und Tritten so schwer misshandelt, dass er kurze Zeit später seinen
Verletzungen erliegt. Laut Polizei handelt es sich bei den geständigen Tätern
um Rechtsextremisten. Dennoch kann die Tötung des Obdachlosen nach
Ansicht der Staatsanwaltschaft Schwerin nicht als rechtsextreme Tat
gewertet werden.
Der 51 Jahre alte Obdachlose Norbert Plath wird am 27. Juli 2000 in Ahlbeck
(Vorpommern) von vier jungen Rechtsextremisten zu Tode geprügelt. In den
Vernehmungen bei der Polizei nennen die Täter ihr Motiv: "Hass auf Obdachlose".
Einer sagt, "Asoziale und Landstreicher gehören nicht ins schöne Ahlbeck."
Zwei 23-jährige rechte Skinheads aus Schleswig (Schleswig-Holstein) gestehen am 17. September 2000, vier Tage zuvor einen Obdachlosen mit Tritten und Schlägen getötet zu haben.
2001 / 2002
Neben erschreckenden rechtsextremistischen Straftaten, bei denen v.a. ausländische Mitbürger schwer verletzt worden sind, gab es glücklicherweise keine Todesopfer.
Von offiziellen Stellen wurden in Deutschland 2001 insgesamt 10 113 rechtsextremistische und fremdenfeindliche Gewalt- und Straftaten registriert. Im Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2000 wurden 15 951 (1999: 10 037) Straftaten mit erwiesenem oder zu vermutendem rechtsextremistischem Hintergrund erfasst. Ein Vergleich mit den aktuellen Zahlen ist wegen einer mittlerweile geänderten Zähl- und Erfassungsweise nicht möglich. Der Großteil der Fälle, nämlich 6823, entfielen im vergangenen Jahr auf Propagandadelikte. Die Statistik zählte ferner 579 Gewaltdelikte und 508 Angriffe gegen Personen. 385 Menschen sind von Rechtsextremisten verletzt worden. Versuchte Tötungen wurden sieben Mal erfasst. Die Jahresbilanz nennt 7463 Tatverdächtige, 731 vorläufig Festgenommene und 155 erlassene Haftbefehle.
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